Griechenland

 

Olivenernte: Die Erzeugung hochwertigen Olivenöles – geschmackvoll und gesund – ist mit viel Arbeit verbunden. Bis wir es aus der Flasche / dem Kanister gießen, haben die Olivenbauern und -müller viel Fleiß und Müh´damit verbracht, dass ihr Olivenöl sensorisch (Geruch, Geschmack) fehlerfrei auf unsere Teller kommt.

 

Ein Reisebericht zur Olivenernte auf Kreta

 

30. November 2017
Von gestern auf heute Nacht kam der Winter nach St.Pölten; es liegt Schnee. Temperatur: +2° C
Dennoch spüre ich die noch wärmende Sonne in mir…

 

20.-24. November 2017
Das Thermometer zeigt ab dem späten Vormittag bis zu den frühen Abendstunden um die +20° C. Meist scheint die Sonne vom ungetrübt blauen Himmel und der Blick schweift hinab zum Meer, über Oliven- und Orangenbäume. ?

 

 

Ich bin auf Kreta* um unseren Olivieres Edith & Ioannis Fronimakis [(No 29 sowie Kitro-Zitronenmarmelade und Wildfenchel-Olivenöl (wieder in 2018 erhältlich)]  bei der Olivenernte zu helfen und gemeinsam in der Mühle darauf zu achten, dass wir auch für die Kampagne 2018 wieder ein gewohnt gutes 29er-Olivenöl bekommen.

Ioannis Fronimakis, Johann Stacherl, Edith Fronimakis (v.l.n.r.)

*Süd-Ost-Kreta, Shinokapsala / Galini.  Ca 2 Autostunden von Heraklion an den südlich-auslaufenden Hängen des Thripti-Gebirges

Shinokapsala liegt in den Bergen, 27 km nordöstlich von Ierapetra

 

Arbeitsweise Ölmühle; Kleiner Exkurs:

 

die wenigsten Olivenbauern haben eine eigene Mühle – so sind sie auf die Arbeit der Lohnmüller angewiesen. Da dieser seine Arbeit auch heute noch oftmals in Olivenöl bezahlen lässt (so-und-so-viel Liter pro verarbeiteter Menge), trachtet er natürlich danach, die Ölausbeute aus den Oliven so hoch wie möglich zu bekommen. NUR – je länger der Olivenbrei im Malaxierer (Schneckenwalze zum Umwälzen der Maische) ist, desto mehr Qualitätsverlust beim Öl. Dafür sind 2 Faktoren verantwortlich: die Enzyme – sie lösen das Olivenöl aus dem Fruchtfleisch – und der Sauerstoff, der die Maische, und somit das Öl, oxidieren lässt. Daraus folgt: Öl, dem es an Charakter fehlt.

 

Gott sei Dank, haben Edith und Ioannies mit ihrem Müller ein sehr gutes Einvernehmen und er lässt sie „nach eigenem Gutdünken“ gewähren. So bekommen wir auch aus dieser Olivenernte ein Olivenöl nach arteFakt-Standard, dass viele unserer Kunden lieben.

 

So sehr wir uns über das Wetter freuten, für die Oliven wär.s besser gewesen, es hätte wenigsten ab und an mal ordentlich geregnet. So waren / sind die Oliven (hier Psiloelis) heuer sehr klein und viele noch grün; anders als sonst zu dieser Zeit in dieser Region der Insel.
Natürlich hat dies eine direkte Auswirkung auf die Menge des darin enthaltenen Olivenöles. Je reifer / größer die Olive, desto mehr Olivenöl.

 

So entsteht Olivenöl –
konkret die darin enthaltenen Fettsäuren [hauptsächlich einfach ungesättigte Ölsäure (Omega 9) ]: Durch Photosynthese entsteht Zucker –  die Pflanze verwandelt mittels eines lichtabsorbierenden Farbstoffes (hier: grünes Chlorophyll) Licht und Kohlendioxid in Kohlenhydrate.  Diese werden dann biochemisch weiter in Olivenöl umgebaut.

 

Das sich „die Fronimakis“ dennoch entschlossen haben zu ernten, ist auf ihre jahrzehntelange Erfahrung zurückzuführen – dem Wissen um die Folgen „zu späten Regens“, zu warmer Temperaturen und der immer und überall lauernden Olivenfliege…

 

Olivenernte – Vom Baum bis zur Abfüllung

 

Die Reise der Oliven in Bildern und im Video

 

Mit elektrischen Rüttelrechen werden die Oliven vom Baum geholt und fallen weich in die ausgelegten Netze. Bleiben dennoch welche hängen, werden sie direkt von Hand nachgepflückt oder mit einem „überdimensionalen Haarkamm“ geerntet. Großflächig im ausgelegten Netz oder nach  Sammlung auf einem Haufen werden die Oliven von gröberen Astteilen befreit, sichtbar unschöne Oliven und das Gro der Blätter entfernt.

 

Olivenernte von Hand

 

 

Verarbeitung in der Ölmühle

 

In der Mühle … hier ist’s laut, mehr oder weniger hektisch (je nach Müller und wartenden Olivenbauern ?), und von einem angenehmen Duft begleitet.
Abschließende Feinarbeit (weitere Blätter aussortieren), ab in den Schredder und rein in den Malaxierer (umwälzen des Olivenbreies zur Ölgewinnung).

 

 


…im Video

 

Prozessverlauf: Förderband – Ausblasen bzw. auskehren von letzten Blättern und feinen Astrückständen – Wasserbad – Mühle (Schreddern der Oliven auf gewünschte Größe um Enzymen, dann  im Malaxierer, die Arbeit zu erleichtern) – Malaxierer – Dekanter [(Zentrifuge die Wasser, Öl und Festbestandteile (Fruchtfleisch, Kernstücke) trennt]…

 

…dann durch den Separator (Zentrifuge; trennt restliches Wasser vom Olivenöl) in die Auffangwanne von der das Öl in Lagerbehälter gepumpt wird. Dort verbleibt es kurz zur Sickerfilterung und wird dann endfiltriert.

 

 

 

 

Inselimpressionen
…vorm Heimflug noch ein bisschen Geschichtsunterricht.

 

Kavusi; nordöstliches Kreta auf Höhe Mirabella-Bucht.

 

Hier steht der älteste Olivenbaum der Insel.  Ein Olea Europea (europäischer Olivenbaum; seine Wiege ist ebenfalls Kreta) – die kultivierte Version des Oleasters (wilder Ölbaum; dessen Wiege: heutiges Syrien, Irak).

 

Obwohl schon geschätzte 3260 Jahre alt, trägt er immer noch Früchte.
Sein Erscheinungsbild ist monumental.
Durchmesser: 4,90 m auf Stammhöhe. Auf der Stammbasis: 7,10 m
Umfang: 14,20 m auf Stammhöhe – 22,10 m auf Stammbasis

 

     

 

Knossos; ca 5km südlich von Heraklion (Iraklion)

 

Heute eine Stadt. Vor 4000 Jahren war es eines der Königreiche auf Kreta. Vor etwa 3000 Jahren ließ König Minos den Palast errichten; der größte Königspalast der Insel.
Seine allgemeine Berühmtheit erhielt Knossos durch den Homer-Mythos des Stiermenschen Minotaurus – geboren von Mino´s Frau; als Strafe des Zeus.

 

 

Die Zeit vergeht, die Erinnerungen bleiben. Wie sagte doch Kaiser Franz Joseph I. von Österreich gerne: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“
Wurde und wird dies als höfliche, aber nichtssagende Floskel gerne belächelt – berühren tut.s einem ja trotzdem ?.

 

Aus dem Fenster auf den Schnee(wind) blickend, erinnere ich die Wärme des Novemberklimas auf Kreta, sinniere wohlfühlend über die Lebensfreude der Menschen dort und freue mich auf sauberes und ehrliches Olivenöl.

 

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